Erfahrungsbericht: Stiller Reflux trotz negativer Diagnose?

Wie gehen Patienten mit ihrem Stillen Reflux um? Wie kamen Sie zur Diagnose und welche Behandlungen haben sie probiert? Ich habe meine Leser gebeten, mir Emails mit ihren persönlichen Erfahrungen zu schicken. Hier ist eine der Emails:

Weiblich, Claudia M.*

Hallo Gerrit,

ich bin 39 Jahre alt und Mutter zweier Kinder. Ich habe den Reflux seit 2014, kurz nach meiner 2. Schwangerschaft.

Ich hatte Schmerzen in der Speiseröhre hinten am Rücken, und auf Höhe des Schließmuskels -der Cardia.

Die Magenspiegelungen ergaben nichts. Es wurde 2016 eine pH-Metrie, eine Manometrie und ein Kontrastmittel-Breischluck mit Röntgen gemacht. Alles keine Ergebnisse. Es wäre alles in Ordnung.

Mein Hausarzt glaubte mir, dass ich Reflux hatte. Er schickte mich zu einem guten Chirurgen in einer Allgemeinklinik in der Nähe. Er ist auch auf dem Gebiet der Refluxchirurgie und der Viszeralchirurgie eine Koryphäe.

Mein Hausarzt überwies mich zu ihm. Aber der Chirurg war von meinen Untersuchungsergebnissen her nicht ganz so überzeugt, dass diese Reflux-OP, Fundoplicatio, mir auch wirklich helfen würde. Das einzige was dafür sprechen würde ist, dass ich sehr gut auf Pantoprazol anspreche. Ich habe bis zu 80 mg Pantoprazol genommen.

Gutes Ansprechen auf Pantoprazol verspricht meistens gutes Ansprechen auf die Spezial-OP, so die Aussage des Chefchirurgen. Schlussendlich hatte ich doch Angst und habe die OP abgesagt, weil ich Angst hatte, evtl. Schluckstörungen durch die OP zu bekommen, weil ich eben kein “klassischer Fall bin”.

Ein Internist, der mich auch noch untersucht hatte, sagte zu mir noch vor der OP, es wäre ein ärztlicher Kunstfehler mich einer Fundoplicatio zu unterziehen. Mein Hausarzt glaubte mir aber und die Symptome sprachen alle dafür. Er rät mir bis heute zu einer OP.

Bei meinen Untersuchungen wurden nie Auffälligkeiten im Magen oder in der Speiseröhre festgestellt. Deshalb meine Vermutung: Stiller Reflux. Die Symptome: häufiges Gefühl von Reizungen am Kehlkopf, Rückenschmerzen auf Höhe der Cardia, morgens leicht salziger Geschmack im Mund, kratziger Hals.

Ich vermute auch, dass ich eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit in der Speiseröhre bzw. Cardiabereich habe. Daher greife ich eher schneller zu den Magensäureblockern und somit unterdrücke ich ja automatisch eine angehende Entzündung. Und somit sieht man bei mir nie etwas.

Ich nehme jetzt häufiger 20mg Pantoprazol ein, das hemmt ein bisschen…bleibe ich länger abstinent, kommen die massiven Schmerzen zurück und ich muss gleich höher dosieren.

Ich habe übrigens durch meine 2. Schwangerschaft einen Nabelbruch erlitten und eine Rektusdiastase, d.h. eine kleine Bindegewebsschwäche war oder ist evtl. vorhanden, was auch den Schließmuskel betreffen könnte. Aber bei der Magenspiegelung schloss die Cardia jedes Mal (3 Spiegelungen, alle 2 Jahre) vollständig, also 100 Prozent. Somit ist also keine Cardiaschwäche vorhanden!!

Mach es gut, Gerrit. Ich versuche es durch Ernährung und Bewegung irgendwie in Schach zu halten! Manchmal hilft es, manchmal nicht. Im Winter habe ich mehr Probleme als im Sommer. Im Sommer fühlt sich der Magen leichter an….

Allen anderen gute Besserung!!

* Name von der Redaktion geändert