Was ist Omeprazol?

Omeprazol ist ein Protonenpumpenhemmer (PPI) zur Behandlung von Refluxbeschwerden. Reflux bezeichnet das Aufsteigen von saurem Mageninhalt in Richtung Speiseröhre. Dadurch wird diese gereizt und kann sich auf Dauer entzünden, wodurch es zu Sodbrennen und anderen Refluxsymptomen kommt.

Wie wirkt Omeprazol?

Wie andere PPIs hemmt Omeprazol die Säureproduktion im Magen. Es wirkt auf die säureproduzierenden Zellen in der Magenschleimhaut, den sogenannten Parietalzellen. Dort bindet es an Säurepumpen. Folglich steigt der pH-Wert des Magensaftes, er wird also weniger sauer. Somit wird auch der aus dem Magen aufsteigende Reflux weniger sauer, wodurch die Speiseröhre weniger gereizt wird. Als Folge lassen Refluxsymptome wie Sodbrennen nach.1

Wie wirksam ist Omeprazol bei Reflux?

Omeprazol kann wie andere PPIs Refluxsymptome innerhalb kurzer Zeit lindern. Ein Beispiel ist eine Studie, die 359 Probanden umfasste, die an mindestens vier Tagen in der Woche mittlere bis schweres Sodbrennen hatten. Nach vierwöchiger Behandlung mit 10 mg oder 20 mg Omeprazol war das Sodbrennen bei 27%, bzw. 48% der Teilnehmer vollständig gelindert.2

Wie unterscheidet sich Omeprazol von anderen PPIs?

Omeprazol gehört zu den ursprünglichen PPIs. Nach und nach wurden weitere PPIs entwickelt, die die Wirksamkeit bei Reflux verbessern sollten.

Eine Weiterentwicklung von Omeprazol ist Esomeprazol. Bei Omeprazol handelt es sich um ein Gemisch zweier Spiegelbildlicher Moleküle, von denen nur eines klinische wirksam ist. Esomeprazol hingegen enthält nur das klinisch wirksame Molekül. Obwohl zu erwarten wäre, dass Esomeprazol Refluxsymptome besser lindert als Omeprazol, lässt sich dies nicht eindeutig nachweisen.3

Auch im Vergleich zu anderen PPIs lassen sich keine klinisch relevanten Unterschiede feststellen.4 Eine große Metaanalyse, die 26 Studien umfasste ergab, dass Omeprazol, Lansoprazol, Pantoprazol und Rabeprazol Sodbrennen in ähnlichem Maße lindern, was sich auch in den Heilungs- und Rückfallraten wiederspiegelt.5

Auch wenn es hinsichtlich der Wirksamkeit keine merklichen Unterschiede gibt, so gibt es doch große Unterschiede im Preis. Omeprazol ist im Vergleich zu anderen PPIs preisgünstig.

Omeprazol (ebenso wie Esomeprazol) neigt jedoch zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Es hemmt den Abbau mancher Medikamente in der Leber, wie z. B. des Beruhigungsmittels Diazepam (auch unter dem Markennamen Valium bekannt), des Antiepileptikums Phenytoin und des Blutverdünners Clopidogrel. Rabeprazol, Lansoprazol und Pantoprazol neigen weniger zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.6

Im Artikel über die Unterschiede von PPIs findest du weitere Informationen darüber, wie sich einzelne PPIs in ihrer Wirkungsweise unterscheiden.

Welche Risiken und Nebenwirkungen treten bei Omeprazol auf?

Zu den häufigen Nebenwirkungen von Omeprazol gehören Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen.

Da Omeprazol wie andere PPIs die Aufnahme von Vitamin B12 hemmt, erhöht eine langfristige Einnahme das Risiko für einen Vitamin B12-Mangel, was beispielsweise zur Entstehung von Nervenschmerzen und -schädigung beitragen kann (Polyneuropathie).7

Auf Dauer kann Omeprazol auch zu Nierenproblemen führen und das Risiko für Knochenbrüche erhöhen.8,9

Generell können PPI zu einer geringeren Aufnahme von Nährstoffen aus der Nahrung führen, was vermutlich für viele der Nebeneffekte bei Dauereinnahme verantwortlich ist, wie beispielsweise das höhere Osteoporoserisiko aufgrund von Kalziummangel.10 Auch das Risiko von Magendarminfektionen, inklusive chronischen Infektionen, wird durch eine Dauerbehandlung mit PPI erhöht.

Es gibt noch andere Behandlungsoptionen für Reflux, sowohl durch andere Medikamente, aber auch durch Operationen und durch eine Anpassung der Ernährung.


Quellen

1. Horn J. The proton-pump inhibitors: Similarities and differences. Clinical Therapeutics. 2000;22(3):266-280. doi:10.1016/S0149-2918(00)80032-6

2. Richter JE, Peura D, Benjamin SB, Joelsson B, Whipple J. Efficacy of Omeprazole for the Treatment of Symptomatic Acid Reflux Disease Without Esophagitis. Archives of Internal Medicine. 2000;160(12):1810. doi:10.1001/archinte.160.12.1810

3. Asghar W, Pittman E, Jamali F. Comparative efficacy of esomeprazole and omeprazole: Racemate to single enantiomer switch. DARU Journal of Pharmaceutical Sciences. 2015;23(1):50. doi:10.1186/s40199-015-0133-6

4. Devlin JW, Welage LS, Olsen KM. Proton Pump Inhibitor Formulary Considerations in the Acutely Ill Part 2: Clinical Efficacy, Safety, and Economics. Annals of Pharmacotherapy. 2005;39(11):1844-1851. doi:10.1345/aph.1G176

5. Caro J. Healing and relapse rates in gastroesophageal reflux disease treated with the newer proton-pump inhibitors lansoprazole, rabeprazole, and pantoprazole compared with omeprazole, ranitidine, and placebo: evidence from randomized clinical trials. Clinical Therapeutics. 2001;23(7):998-1017. doi:10.1016/S0149-2918(01)80087-4

6. Wedemeyer R-S, Blume H. Pharmacokinetic Drug Interaction Profiles of Proton Pump Inhibitors: An Update. Drug Safety. 2014;37(4):201-211. doi:10.1007/s40264-014-0144-0

7. Heidelbaugh JJ. Proton pump inhibitors and risk of vitamin and mineral deficiency: evidence and clinical implications. Therapeutic Advances in Drug Safety. 2013;4(3):125-133. doi:10.1177/2042098613482484

8. Hart E, Dunn TE, Feuerstein S, Jacobs DM. Proton Pump Inhibitors and Risk of Acute and Chronic Kidney Disease: A Retrospective Cohort Study. Pharmacotherapy: The Journal of Human Pharmacology and Drug Therapy. 2019;39(4):443-453. doi:10.1002/phar.2235

9. Thong BKS, Ima-Nirwana S, Chin K-Y. Proton Pump Inhibitors and Fracture Risk: A Review of Current Evidence and Mechanisms Involved. International Journal of Environmental Research and Public Health. 2019;16(9):1571. doi:10.3390/ijerph16091571

10. Gasser RW. Protonenpumpeninhibitoren und Osteoporoserisiko. Journal für Mineralstoffwechsel & Muskuloskelettale Erkrankungen. 2020;27(1):2-7. doi:10.1007/s41970-019-00095-5