Was ist Lansoprazol?

Der Wirkstoff Lanzoprazol gehört zu den Protonenpumpenhemmern (PPIs) und kommt zur Behandlung von gastroösophagealer Refluxkrankheit (gastroesophageal reflux disease, GERD) zum Einsatz. Außerdem wird Lanzoprazol zur Behandlug des Zollinger-Ellison-Syndroms verwendet; eine Erkrankung, bei der zu viel Magensäure produziert wird.

Wie wirkt Lansoprazol?

Lansoprazol und andere PPIs wirken, indem sie die Produktion von Magensäure hemmen. Sie binden an Säurepumpen der säureproduzierenden Zellen in der Magenschleimhaut. Dadurch wird der Mageninhalt und der aufsteigende weniger sauer. Folglich wird die Speiseröhre weniger gereizt und typische Symptome wie Sodbrennen werden gelindert.1

Wie wirksam ist Lansoprazol bei Reflux?

Eine Studie beispielsweise umfasste Refluxpatienten, die neben Sodbrennen auch Verdauungsprobleme hatten, die sich in erster Linie durch Völlegefühl nach dem Essen äußerten. Vor Beginn der Studie litten 91,6% der Teilnehmer unter Sodbrennen und 79% unter Völlegefühl nach dem Essen. Nach zweiwöchiger Behandlung mit täglich 15 oder 30 mg Lansoprazol waren bei 42,7% der Teilnehmern das Sodbrennen vollständig verschwunden, bei 18,4% hatte es sich gebessert. Das Völlegefühl nach dem Essen besserte sich bei circa 50% der Teilnehmer. Nach vierwöchiger Behandlung stellte sich eine weitere Linderung der Symptome ein.2

Wie unterscheidet sich Lansoprazol von anderen PPIs?

Verschiedene PPIs unterscheiden sich zwar chemisch, eine klinische Relevanz dieser Unterschiede lässt sich jedoch nicht eindeutig nachweisen.

Mehrere Metaanalysen, die jeweils mehrere Studien umfassten, kamen zu dem Schluss, dass die PPIs Lansoprazol, Pantoprazol, Omeprazol, Esomeprazol und Rabeprazol Sodbrennen in vergleichbarem Maße lindern. Auch die Heilungsrate einer Speiseröhrenentzündung und die Rückfallrate sind bei all diesen PPIs ähnlich.3,4,5,6,7

Auch wenn es keine klinisch relevanten Unterschiede zwischen Lansoprazol und anderen PPIs gibt, kann Lansoprazol jedoch für Patienten, die noch weitere Medikamente einnehmen, die bessere Wahl sein. Denn andere PPIs, wie Omeprazol und Esomeprazol hemmen den Abbau mancher Medikamente in der Leber. Dazu gehören zum Beispiel das Beruhigungsmittels Diazepam (auch unter dem Markennamen Valium bekannt), das Antiepileptikum Phenytoin und der Blutverdünners Clopidogrel. Lansoprazol, ebenso wie Rabeprazol und Pantoprazol neigen weniger zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.8

Im Artikel über die Unterschiede von PPIs findest du weitere Informationen darüber, wie sich einzelne PPIs in ihrer Wirkungsweise unterscheiden.

Welche Risiken und Nebenwirkungen treten bei Lansoprazol auf?

Zu den häufigen Nebenwirkungen von Lansoprazol gehören Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Durchfall und Verstopfung.9

Da Lansoprazol wie andere PPIs die Aufnahme von Vitamin B12 hemmt, erhöht eine langfristige Einnahme das Risiko für einen Vitamin B12-Mangel, was beispielsweise zur Entstehung von Nervenschmerzen und -schädigung beitragen kann (Polyneuropathie).10

Auf Dauer kann Lansoprazol auch zu Nierenproblemen führen und das Risiko für Knochenbrüche erhöhen.11,12

Generell können PPIs zu einer geringeren Aufnahme von Nährstoffen aus der Nahrung führen, was vermutlich für viele der Nebeneffekte bei Dauereinnahme verantwortlich ist, wie beispielsweise das höhere Osteoporoserisiko aufgrund von Kalziummangel.13 Auch das Risiko von Magendarminfektionen, inklusive chronischen Infektionen, wird durch eine Dauerbehandlung mit PPIs erhöht.

Es gibt noch andere Behandlungsoptionen für Reflux, sowohl durch andere Medikamente und Operationen, aber auch durch eine Anpassung der Ernährung.


Quellen

1. Horn J. The proton-pump inhibitors: Similarities and differences. Clinical Therapeutics. 2000;22(3):266-280. doi:10.1016/S0149-2918(00)80032-6

2. Kinoshita Y, Miwa H, Sanada K, Miyata K, Haruma K. Clinical characteristics and effectiveness of lansoprazole in Japanese patients with gastroesophageal reflux disease and dyspepsia. Journal of Gastroenterology. 2014;49(4):628-637. doi:10.1007/s00535-013-0812-3

3. Caro J. Healing and relapse rates in gastroesophageal reflux disease treated with the newer proton-pump inhibitors lansoprazole, rabeprazole, and pantoprazole compared with omeprazole, ranitidine, and placebo: evidence from randomized clinical trials. Clinical Therapeutics. 2001;23(7):998-1017. doi:10.1016/S0149-2918(01)80087-4

4. HORN JR, HOWDEN CW. Review article: similarities and differences among delayed-release proton-pump inhibitor formulations. Alimentary Pharmacology and Therapeutics. 2005;22(s3):20-24. doi:10.1111/j.1365-2036.2005.02714.x

5. Gralnek IM, Dulai GS, Fennerty MB, Spiegel BMR. Esomeprazole Versus Other Proton Pump Inhibitors in Erosive Esophagitis: A Meta-Analysis of Randomized Clinical Trials. Clinical Gastroenterology and Hepatology. 2006;4(12):1452-1458. doi:10.1016/j.cgh.2006.09.013

6. Devlin JW, Welage LS, Olsen KM. Proton Pump Inhibitor Formulary Considerations in the Acutely Ill Part 2: Clinical Efficacy, Safety, and Economics. Annals of Pharmacotherapy. 2005;39(11):1844-1851. doi:10.1345/aph.1G176

7. Graham DY, Tansel A. Interchangeable Use of Proton Pump Inhibitors Based on Relative Potency. Clinical Gastroenterology and Hepatology. 2018;16(6):800-808.e7. doi:10.1016/j.cgh.2017.09.033

8. Wedemeyer R-S, Blume H. Pharmacokinetic Drug Interaction Profiles of Proton Pump Inhibitors: An Update. Drug Safety. 2014;37(4):201-211. doi:10.1007/s40264-014-0144-0

9. Lansoprazole: MedlinePlus Drug Information. https://medlineplus.gov/druginfo/meds/a695020.html. Accessed March 25, 2020.

10. Heidelbaugh JJ. Proton pump inhibitors and risk of vitamin and mineral deficiency: evidence and clinical implications. Therapeutic Advances in Drug Safety. 2013;4(3):125-133. doi:10.1177/2042098613482484

11. Hart E, Dunn TE, Feuerstein S, Jacobs DM. Proton Pump Inhibitors and Risk of Acute and Chronic Kidney Disease: A Retrospective Cohort Study. Pharmacotherapy: The Journal of Human Pharmacology and Drug Therapy. 2019;39(4):443-453. doi:10.1002/phar.2235

12. Thong BKS, Ima-Nirwana S, Chin K-Y. Proton Pump Inhibitors and Fracture Risk: A Review of Current Evidence and Mechanisms Involved. International Journal of Environmental Research and Public Health. 2019;16(9):1571. doi:10.3390/ijerph16091571

13. Gasser RW. Protonenpumpeninhibitoren und Osteoporoserisiko. Journal für Mineralstoffwechsel & Muskuloskelettale Erkrankungen. 2020;27(1):2-7. doi:10.1007/s41970-019-00095-5