Wie Sodbrennen Übelkeit verursachen kann

Wenn saurer Reflux in Richtung Speiseröhre aufsteigt, tritt in Folge Sodbrennen als typisches Symptom auf. Sodbrennen ist jedoch nicht die einzige mögliche Folge von Reflux. Auch Übelkeit kann in Verbindung mit Sodbrennen auftreten:

Reflux reizt den Rachen

Reflux greift nicht nur die Speiseröhre an, sondern kann auch in Form eines Aerosols bis in den Hals und die Atemwege aufsteigen. Diese Art des Refluxes wird als Stiller Reflux bezeichnet. Dieser Atemwegsreflux verursacht Entzündungen und Reizungen im Hals, die wiederum Übelkeit verursachen.

Beschädigung des Vagusnervs

Der Vagusnerv ist ein langer Hirnnerv, der bis in den Magen reicht und eine wichtige Funktion bei der Verdauung einnimmt. Ist dieser Nerv beschädigt (z. B. aufgrund einer Entzündung), treten daher häufig Verdauungsprobleme auf, die indes Reflux und Übelkeit bedingen.1

Zudem wird vermutet, dass chronischer Reflux die teils sehr oberflächlich verlaufenden Nervenenden des Vagusnervs im Hals reizen kann.

Reflux beeinflusst den Geschmacks- und Geruchssinn

In der Zunge, im Rachen und im oberen Drittel der Speiseröhre sitzen Geschmacksrezeptoren. Wenn saurer Reflux diese Rezeptoren erreicht, kann er die Geschmackswahrnehmung verändern.2 Viele Menschen reagieren empfindlich auf bestimmte Gerüche oder Geschmacksrichtungen, wodurch Übelkeit ausgelöst werden kann.

Darüber hinaus kann Reflux einen sauren Geschmack im Mund verursachen. Zusammen mit anderen Symptomen wie etwa häufigem Aufstoßen oder einem konstanten Hustenreiz kann dies zu Übelkeit führen.

Verdauungsprobleme bedingen Reflux und Übelkeit

Reflux muss nicht zwingend der Auslöser für Übelkeit sein, in vielen Fällen zählt er vielmehr als Begleitsymptom. Zu Sodbrennen kommt es, wenn Probleme mit der Verdauung entstehen, und ebenso können Verdauungsprobleme Übelkeit verursachen.

Eine Gastroparese (verzögerte Magenentleerung) kann beispielsweise sowohl Sodbrennen als auch Übelkeit verursachen.3 Gleichzeitig korreliert der Schweregrad einer Gastroparese mit der auftretenden Übelkeit: Je stärker ausgeprägt die Gastroparese ist, desto eher leiden die Patienten unter Übelkeit.2,4

Zudem kann eine Infektion mit dem Magenbakterium Helicobacter pylori (H. pylori) die Ursache für Verdauungsprobleme darstellen.5 Dieses Bakterium greift die Magenschleimhaut an und kann zu Magengeschwüren führen. Übelkeit gilt als häufiges Symptom einer Infektion mit H. pylori und auch Reflux wird vermehrt damit assoziiert.6

Behandlung von durch Sodbrennen verursachter Übelkeit

Um die Übelkeit in den Griff zu bekommen, muss der zugrundeliegende Reflux so gut wie möglich behandelt werden. Denn erst wenn der Reflux unter Kontrolle ist, verbessern sich auch die damit assoziierten Symptome wie Sodbrennen oder Übelkeit. Im Artikel über die Therapieoptionen bei Sodbrennen erfährst du, welche Möglichkeiten existieren, damit du das Leiden loswirst.


Quellen

1. Babic T, Browning KN. The role of vagal neurocircuits in the regulation of nausea and vomiting. European Journal of Pharmacology. 2014;722:38-47. doi:10.1016/j.ejphar.2013.08.047

2. Kabadi A, Saadi M, Schey R, Parkman HP. Taste and Smell Disturbances in Patients with Gastroparesis and Gastroesophageal Reflux Disease. Journal of Neurogastroenterology and Motility. 2017;23(3):370-377. doi:10.5056/jnm16132

3. Noar MD, Noar E. Gastroparesis associated with gastroesophageal reflux disease and corresponding reflux symptoms may be corrected by radiofrequency ablation of the cardia and esophagogastric junction. Surgical Endoscopy. 2008;22(11):2440-2444. doi:10.1007/s00464-008-9873-4

4. Parkman HP, Hallinan EK, Hasler WL, et al. Nausea and vomiting in gastroparesis: similarities and differences in idiopathic and diabetic gastroparesis. Neurogastroenterology & Motility. 2016;28(12):1902-1914. doi:10.1111/nmo.12893

5. O’Morain C. Role of Helicobacter pylori in functional dyspepsia. World Journal of Gastroenterology. 2006;12(17):2677. doi:10.3748/wjg.v12.i17.2677

6. Kandulski A, Malfertheiner P. Helicobacter pylori and gastroesophageal reflux disease. Current Opinion in Gastroenterology. 2014;30(4):402-407. doi:10.1097/MOG.0000000000000085