Warum defekte Ventile die Ursache von Stillem Reflux sind

 

In diesem Artikel werde ich dir zeigen, wie der Stille Reflux eigentlich entsteht.

Mit Entstehen meine ich den “eigentlichen” Reflux.

In einem anderen Artikel dagegen zeige ich dir, wie durch das Zusammenspiel von Säuren und Pepsinen die Refluxschäden entstehen.

Hier dagegen soll es nun darum gehen, wie es denn Pepsine und Säuren überhaupt bis in Hals und Atemwege schaffen, also die Stiller Reflux Ursache.

Normalerweise wird der Reflux nämlich durch Ventile zwischen Hals und Speiseröhre zurückgehalten.

 

Zwei Ventile, doppelter Schutz

Diese Ventile sitzen in der Speiseröhre. Jeweils eines an jedem Ende.

Eines sitzt zwischen Speiseröhre und Magen und eins an ihrem Ausgang zum Hals.

Diese Ventile sollen dafür sorgen, das Dinge nur dann in oder aus dem Magen gelangen, wenn sie es sollen.

Die Verschlüsse sollen Nahrung beim Essen in den Magen passieren lassen, aber gleichzeitig verhindern, dass anschließend wieder aus dem Magen etwas nach oben kommt. Außer wir müssen uns Übergeben oder Rülpsen, dann müssen sie in der Lage sein, sich zu offen.

Man sieht, dass die Ventile keine einfache Aufgabe haben. Sie müssen in der Lage sein, im richtigen Moment Dinge durchzulassen oder zu blockieren.

Da die Aufgabe der Ventile nicht einfach ist, sind sie auch anfällig für Fehler und somit Krankheiten.

Beispielsweise kann es zu Schluckbeschwerden kommen, wenn die Ventile zu wenig hindurch lassen.

Werden die Ventile dagegen zu oft oder in den falschen Momenten undicht, kommt es zu Reflux. Daher sehen Experten die Ventile als einen wichtigen Ansatzpunkt, um Reflux zu behandeln.

Allerdings müssen nicht beide Ventile gleichzeitig defekt sein. Je nachdem welches Ventil undicht ist, bekommen wir verschiedene Symptome.

 

Das erste Ventile: der untere Ösophagusspinkter (UÖS)

Das erste Ventil, vom Magen aus gezählt, trennt Speiseröhre und Magen. Dieses Ventil nennt man den “Unteren Ösophagusspinkter”, kurz UÖS.

Normalerweise sorgt dieses Ventil dafür, dass der Mageninhalt nicht in die Speiseröhre gerät.

Trotz dieses Ventils kommt es auch bei gesunden Menschen mehrmals am Tag zum Reflux. Die Reflux Ursache ist bis heute ungeklärt, aber Reflux in Maßen scheint normal zu sein. Die Speiseröhre kann auch eine gewisse Menge Reflux verkraften, bevor sie Probleme macht.

Bei ausgeprägten Defekten dagegen, oder empfindlichen Menschen, wird der Reflux der Speiseröhre zu viel. Die Schleimhäute im Bereich der Speiseröhre entzündet sich dann und man kann als Folge Sodbrennen bekommen.

 

Das zweite Ventil: der obere Ösophagusspinkter OÖS

Es gibt oberhalb der Speiseröhre noch ein zweites Ventil, den Oberen Ösophagusspinkter, kurz OÖS.

Dieses zweite Ventil soll dafür sorgen, dass der Reflux nicht in die Atemwege und den Hals gerät.

Wenn das obere Ventil Reflux zulässt, ist dies die Ursache von Stillen Reflux Problemen.

Die Schleimhäute in Hals und Atemwegen werden durch Reflux sehr leicht beschädigt. Im Gegensatz zur Speiseröhre haben sie eine sehr geringe Resistenz gegen die Bestandteile vom Magensaft.

Daher sollte das obere Ventil gar keinen Reflux zulassen. Bei manchen Menschen passiert das aber, was die Stiller Reflux Ursache ist.

 

Das obere Ventil ist vermutlich eine Hauptursache des Stillen Reflux

Bei Menschen mit Stillem Reflux scheint dieses obere Ventil also defekt zu sein.

Konventionelle Ansätze zur Stiller Reflux Behandlung ignorieren das obere Ventil. Dies liegt einfach daran, dass es bisher keine erforschten Maßnahmen gibt, wie man die Funktion dieses Ventils verbessern kann. Man versteht den oberen Ösophagusspinkter und seine Wirkung auf den Stillen Reflux bisher kaum.

Man weiß nur, dass er bei den Betroffenen defekt sein muss, da sonst kein Reflux in die Atemwege gelangen könnte.

Feststellen, ob Reflux bis in die Atemwege gerät, kann man beispielsweise, indem man testet, ob Pepsine in Hals und Atemwege gelangen.

Pepsin kommt nur im Magen vor und ist sehr gefährlich für die Schleimhäute außerhalb des Magens .

Es sollte daher eigentlich überhaupt nicht in den Atemwegen feststellbar sein.

Eine amerikanische Studie hat beispielsweise festgestellt, dass Pepsine bei 19 von 20 Patienten mit Stillem Reflux in der Kehlkopfschleimhaut nachweisbar waren.
Dagegen fanden Sie nur bei einem von 20 gesunden Menschen Pepsine im Kehlkopf.

 

Die Behandlung kann die Funktion des oberen Ventils dauerhaft verbessern

Was man vermutet ist, dass eine Therapie des Reflux automatisch auch das obere Ventil heilt.

Ursache ist, dass ein andauernder Stiller Reflux die Schleimhäute schädigt. Das äußert sich beispielsweise in Rötungen und Schwellungen. Das obere Speiseröhrenventil ist ebenfalls mit Schleimhäuten ausgekleidet – es wird somit genauso vom Reflux geschädigt, wie andere Teile des Körpers.

Man kann sich gut vorstellen, dass Schwellungen im Bereich des Ventils auch seine Durchlässigkeit erhöht.

Die These von einigen Forschern ist daher, dass durch eine Behandlung des Stillen Reflux auch die Funktion des oberen Ösophagusspinkter verbessert wird.

Jedoch gilt auch im Umkehrschluss: Wer seinem Reflux freie Bahn lässt, dessen Ventile arbeiten vermutlich immer schlechter. Dadurch nimmt der Reflux weiter zu und richtet noch mehr Schäden an. Ein Teufelskreis entsteht.

 

Behandlungsansatz ist derzeit trotzdem vor allem das untere Speiseröhrenventil

Informationen über das obere Speiseröhrenventil sind wichtig, um die eigenen Symptome zu verstehen.

Für die Behandlung sind sie am Ende aber doch eher zweitrangig, da wir das obere Speiseröhrenventil schwierig direkt behandeln können. Noch nicht zumindest.

Konventionelle Therapien, z.B Anti-Reflux Operationen, setzen daher oft am unteren Speiseröhrenventil an. Man versucht dabei, das einfach möglichst wenig Reflux, Säure und Pepsine  vom Magen in die Speiseröhre geraten.

Denn wenn weniger Reflux vom Magen in die Speiseröhre gerät, dann kann auch weniger Reflux durch das obere Speiseröhrenventil in den Hals gelangen.

Das kann man beispielsweise durch eine OP schaffen, welche das untere Ventil verstärkt.

Oder man vermeidet ganz einfach die Gründe für den Reflux.

Da es eine große Bandbreite an Refluxauslösern gibt, habe ich ihnen und der Vermeidung ein ganzes Modul in meinem Onlinekurs gewidmet.

Der andere Teil der Therapien sorgt einfach dafür, dass Pepsine, welche bereits in die Atemwege gelangt sind, keinen Schaden anrichten. Das heißt, es soll verhindert werden, dass der Mechanismus des Stillen Refluxes  aktiviert wird.

Das schafft man, indem man keine Säuren in Kontakt mit den Pepsinen bringt.

Stiller Reflux Onlinetest RSI