Kann Stiller Reflux chronische Nasennebenhöhlenentzündung verursachen?
Menschen mit Stillem Reflux haben laut einer Übersichtsarbeit aus 2025 fast 5-mal häufiger eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) als Menschen ohne Reflux. Die Übersichtsarbeit hat 8 Studien mit insgesamt 3.456 Teilnehmern ausgewertet.
In Studien, die beide Erkrankungen mit objektiven Methoden diagnostiziert haben (pH-Messungen für den Reflux, Endoskopie oder CT für die Sinusitis), war der Zusammenhang noch deutlich stärker als in Studien, die nur auf Fragebögen basierten.
Wie Reflux die Nebenhöhlen schädigt
Die Nasennebenhöhlen sind über enge Öffnungen mit der Nasenhöhle verbunden. Gasförmiger Reflux, der den Rachen und die Nase erreicht, kann von dort in die Nebenhöhlen gelangen.
Pepsin, das Verdauungsenzym aus dem Magen, wurde in Spülflüssigkeit aus den Nebenhöhlen von Sinusitis-Patienten nachgewiesen, während es bei gesunden Kontrollpersonen nicht gefunden wurde. In einer weiteren Studie mit 32 Sinusitis-Patienten waren die Pepsin-Konzentrationen in den Nasensekreten etwa doppelt so hoch wie bei gesunden Probanden.
Der Mechanismus ist derselbe wie bei anderen Stiller-Reflux-Symptomen: Pepsin schädigt die Schleimhautzellen und löst Entzündungsreaktionen aus.