Kann Stiller Reflux die Nase betreffen?

Von Gerrit Sonnabend · Veröffentlicht

Ja. Wenn Stiller Reflux es von der Speiseröhre bis in den Rachen schafft, ist es nicht weit bis in die Nase.

Pepsin in der Nasenschleimhaut

Pepsin wurde in Nasenspülungen und Nasengewebe von Patienten mit chronischen Nasenproblemen nachgewiesen, in deutlich höheren Konzentrationen als bei gesunden Kontrollpersonen. In der Nasenschleimhaut richtet es denselben Schaden an wie in anderen Bereichen: es beschädigt die Zellen und löst Entzündungsreaktionen aus. Zusätzlich zerstört Pepsin die Verbindungen zwischen den Schleimhautzellen, was die Nasenschleimhaut durchlässiger macht.

Nicht-allergischer Schnupfen durch Reflux

In einer Studie mit 2.887 Patienten war Reflux besonders stark mit nicht-allergischem Schnupfen assoziiert: Reflux-Patienten hatten ein 3,8-fach erhöhtes Risiko für chronische Nasensymptome ohne allergische Ursache. Bei allergischem Schnupfen war das Risiko mit 1,8-fach deutlich geringer.

Chronische Nasenbeschwerden werden oft auf Allergien geschoben. Aber wenn Allergietests negativ sind und Antihistaminika nicht helfen, kann Reflux der Auslöser sein.

Mögliche Symptome:

  • Verstopfte Nase ohne Erkältung oder Allergie
  • Sekretfluss im Rachen (Post-Nasal-Drip), der nicht auf Behandlung anspricht
  • Chronischer Schnupfen ohne erkennbare allergische Ursache

Reflux kann bestehende Allergien verstärken

Wer bereits Allergien hat, kann durch Reflux stärkere Symptome bekommen. Pepsin macht die Nasenschleimhaut durchlässiger, wodurch Allergene leichter eindringen und stärkere Reaktionen auslösen. In einer Studie mit 126 Teilnehmern hatten 85% der Patienten mit Stillem Reflux gleichzeitig eine allergische Rhinitis, verglichen mit 48% ohne Reflux.

Bei saisonalen Allergien korrelieren höhere Pepsin-Werte im Speichel mit stärkerer Verstopfung und stärkerem Nasenfluss.

Nasennebenhöhlen

Reflux-Patienten haben laut einer großen Übersichtsarbeit ein fast 5-fach erhöhtes Risiko für chronische Nasennebenhöhlenentzündung.