Wie Du mit Alkaline Water Stillen Reflux Bekämpfst

Von Gerrit Sonnabend · Veröffentlicht · Aktualisiert

Alkaline Water ist in der Lage, Pepsine zu neutralisieren. Daher ist es eine super Waffe im Kampf gegen den Stillen Reflux.

Was genau ist Alkaline Water?

Alkaline Water ist leicht alkalisches Wasser. Alkalisch ist das Gegenteil von sauer auf der pH Skala. Das bedeutet alles über pH 7 ist alkalisch, während alles darunter sauer ist. Alkalisches Wasser ist deswegen wichtig, weil es ab pH 8 Pepsine dauerhaft deaktiviert. Sie können dann nicht mehr durch Säuren reaktiviert werden. Man kann somit Pepsine aus dem Hals "auswaschen".

Der konkrete Nutzen und die richtige Dosierung sind noch unklar

Es gibt leider bisher keine Studien dazu, in welcher Dosierung Alkaline Water am besten hilft. Man weiß bisher nur, dass es Pepsine neutralisiert. Jedoch ist nicht klar, ob auch Pepsine erwischt werden, die bereits in den Schleimhäuten festsitzen. Vermutlich nicht, andernfalls müssten sämtliche Symptome im Hals alleine durch Alkaline Water weggehen. Es dürften in erster Linie die neu nach oben gelangten Pepsine erwischt werden. Jedoch: immer mehr Patienten geben die Rückmeldung, dass alkalisches Wasser hilft. Leider gibt es noch keine Langzeiterfahrung zum Nutzen oder den Nebenwirkungen von alkalischem Wasser, das will ich anmerken. Bei den Amis wird das Zeug im Rahmen eines Trends aber in Massen getrunken. Ich selbst hatte bei der ersten Anwendung innerhalb weniger Tage eine deutliche Besserung meiner Symptome bemerkt. Danach konnte ich aber keinen Zusatzeffekt mehr spüren.

Man sollte es mit der Menge und dem pH Wert nicht übertreiben

Nachteil beim Alkaline Water ist, dass man auch leicht die körpereigene pH Balance zerstören kann. Wenn man nur leicht alkalisches Wasser trinkt, dürfte das Problem vermutlich nicht groß sein. Unser Körper hat Schutzmechanismen, um den pH Level im Körper im Rahmen zu halten. Zudem haben die meisten Menschen ohnehin viel zu viel Säure im Körper, weswegen mit alkalischem Wasser eher mehr Balance da ist, als ohne. Ein weiterer Nachteil ist, dass durch das Aufeinander-treffen von alkalischem Wasser und der Säure im Magen Gase entstehen können. Das kann dann für vermehrtes Aufstoßen sorgen, was bei Stillem Reflux kontraproduktiv ist. Wenn man alkalisches Wasser trinkt, macht ein pH Wert zwischen 8 und maximal 9 Sinn. Auf diese Weise kann es Pepsine neutralisieren, ohne dass man unnötig große Mengen zu sich nehmen muss. Man kann Alkaline Water auch zum Gurgeln benutzen. Auf die Weise hat es mehr Zeit, im Bereich von Mund und Hals zu wirken. Wenn du nur gurgelst, umgehst du auch die Nachteile von alkalischem Wasser. Allerdings wirkt es dann eben nicht im ganzen Hals.

In den USA liegt Alkaline Water im Trend

In den USA gab es vor kurzem einen Trend dazu, alkalisches Wasser zu trinken. Das ist dort “in”. Grund ist vor allem, dass die Amis sich ziemlich sauer ernähren, wodurch sich wohl die Säure im Körper anreichert. Das alkalische Wasser soll das ausgleichen. Ich kann dir nicht sagen, was da wissenschaftlich dran ist. Uns kann das aber auch egal sein. Für uns ist das alkalische Wasser von Bedeutung, da es während dem Trinken alle Pepsine neutralisiert, mit denen es in Kontakt kommt.

Wo bekommt man nun alkalisches Wasser her?

Alternative 1: abgefüllt in Flaschen

In manchen Ländern kann man alkalisches Wasser direkt in Flaschen kaufen. Allerdings habe ich in Deutschland bisher noch keines gesehen.

Alternative 2: mit Speisenatron herstellen

Man kann in der Apotheke Speisenatron kaufen. Das ist eine alkalische Substanz. Man kann sie mit Wasser mischen und so alkalisches Wasser herstellen. Andere Namen sind Speisesoda oder einfach nur Natron. Natron ist ein Hauptbestandteil von Backpulver. Im Backpulver sind aber noch andere Sachen drin. Für alkalisches Wasser brauchst du das reine Speisenatron. Um alkalisches Wasser herzustellen, nimmst du etwas Natron, schüttest es in eine Plastikflasche und schüttelst ordentlich. Wie viel genau du brauchst, hängt davon ab, welchen pH Wert das Wasser hat. Der pH Wert von Wasser variiert, je nachdem woher es kommt. Das gilt sowohl für Leitungswasser, auch als abgefülltes Mineralwasser. Desto saurer es ist, desto mehr Natron brauchst du, um es alkalisch zu machen. Als kleine Orientierung: für einen halben Liter Wasser braucht man meist nur ca ein 1/8 eines Teelöffels an Natron, sofern das Wasser einen neutralen pH Wert hat. Deine fertige Mischung musst du auf den pH Wert testen. Das geht beispielsweise mit pH Streifen aus der Drogerie. Die sind aber nicht allzu genau und auch schwierig abzulesen. Aber man bekommt damit zumindest die Info, ob die Mischung in etwa im richtigen Bereich ist. Idealerweise kaufst du dir ein digitales Gerät zum Messen. Das ist sehr genau. Außerdem musst du dann keine Teststreifen mehr nachkaufen. Du musst übrigens nicht jedes Mal die fertige Mischung testen. Sofern dein Wasser einen stabilen pH Wert hat, kannst du dir einfach merken, wie viel Natron du ca. verwenden musst.

Hohe Natriumaufnahme und Vermehrtes Aufstoßen Das ist der gleiche Stoff, der im Kochsalz ist. Das kann zu hohem Blutdruck und anderen Problemen führen. Deswegen soll man auch nicht viel Kochsalz essen. Eine Dauerlösung ist Natron daher nicht. Wenn man Probleme mit Bluthochdruck hat, sollte man gleich die Finger von lassen. Genauso, falls man aus anderen Gründen Natriumarm leben soll. Ein anderer Nachteil ist: Natron regt den Magen zur Ausschüttung von mehr Säure an. In kleinen Mengen bei einem pH Wert des Wassers zwischen 8 und 9 dürfte das vermutlich nicht weiter ins Gewicht fallen. Allerdings sollte man bei Natron aufpassen, keine unnötig starken Mischungen zu basteln, um den pH Wert im Magen nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen. Ich habe außerdem festgestellt, dass Alkaline Water auf Natron Basis bei mir zu vermehrtem Aufstoßen führt. Bei den pH Tropfen aus dem folgenden Abschnitt konnte ich das nicht feststellen. Das Aufstoßen wiederrum könnte auch Pepsine nach oben transportieren, was dann natürlich kontraproduktiv wäre.

Alternative 3: pH Tropfen

Es gibt auch konzentrierte Mineralienmischungen, um den pH Wert zu erhöhen. Diese haben den Vorteil, dass sie normalerweise kein Natrium enthalten. Das gilt aber nicht für alle Produkte, also genau auf die Verpackung schauen! Diese Mischungen liegen normalerweise in kleinen Fläschchen vor. Sie nennen sich meist pH Booster oder pH Drops. Hier findest du pH Tropfen auf Amazon. Man macht davon einfach ein paar Tropfen ins Wasser und tada, es ist alkalisch. Vorteil gegenüber Natron ist auch, dass man es leichter dosieren kann. Bei Natron kann man sich zwar in etwa merken, wie viel man verwendet hat, genau ist das meist aber nicht. Bei Tropfen weiß man dagegen genau, wie viele man für sein Wasser braucht. Zumindest, sofern man immer das gleiche Wasser nimmt. Nachteil bei den pH Tropfen ist, dass da alles Mögliche drin sein kann. Man weiß also nicht 100%, ob man vielleicht doch irgendwelche Mineralien aufnimmt, die schädlich sein können. Es dürfte aber sicher besser als eine Dauerzufuhr großer Mengen Natrium durch das Natron sein. Dummerweise sind pH Tropfen jedoch relativ teuer. Deutlich teurer als Natron. Das geht auf Dauer schon ins Geld.

Alternative 4: Alkalisches Wasser per Apparatur

Es gibt auch noch die Möglichkeit Geräte einzusetzen, welche das Wasser alkalisch machen. Die funktionieren nach verschiedenen Prinzipien. Einige Geräte haben einfach nur Mineralien innen drin, welche an das Wasser abgegeben werden. Das Prinzip ist also dasselbe, wie bei den pH Tropfen. Die teureren Geräte dagegen können neutrales Wasser in saures und alkalisches Wasser spalten. Jedoch habe ich noch nie ein solches Gerät getestet, daher sehe ich hier von einer Empfehlung ab. In Deutschland sind noch nicht viele Geräte auf dem Markt. Generell wird bei solchen Geräten auch viel über den Tisch gezogen. Preislich sprechen wir bei solchen Geräten auch schnell mal über mehrere hundert Euro. Manche Geräte gehen auch erst bei 1000 Euro los.

Fazit zu den Herstellungsmethoden

Meine persönliche Lieblingsalternative sind die pH Drops. Ich nutze aber auch oft Natron. Einfach da ich oft im Ausland bin und es dort schwierig ist, an die Tropfen zu kommen. Ein Wort der Vorsicht noch: macht euer Wasser nicht zu alkalisch. pH 8,5-9 ist eine gute Richtline. Desto alkalischer das Wasser wird, desto eher wird auch die Magensäure neutralisiert und in Verdauungsprozesse eingegriffen. Wenn ihr einen normalen Säuregehalt im Magen habt, wird alkalisches Wasser von pH 9 fast keinen Unterschied machen. Bist du dagegen bereits auf PPI, welche die Säure unterdrücken, so neutralisierst du dir mit dem alkalischen Wasser leicht auch noch den Rest der Säure weg. Da solltest du daher besonders darauf achten, kein zu alkalisches Wasser zu nehmen. Sehr hohe alkalische Lösungen haben übrigens den gleichen Effekt wie Säure auf unseren Körper: sie verätzen. Um einen so hohen Wert zu erreichen, müsstest du allerdings schon weitaus zu viel Natron oder Tropfen nehmen. Die pH Skala ist nämlich logarithmisch aufgebaut. Für pH 10 brauchst du daher 10-mal so viel Natron, wie für pH 9. Und für pH 11 brauchst du sogar 100-mal so viel. Für pH 12 tausendmal so viel, und so weiter. Trotzdem ist es natürlich möglich, sich zu verätzen, wenn man es komplett übertreibt. Ich habe übrigens anfangs etwa 0,5 -1 Liter alkalisches Wasser am Tag getrunken. Mittlerweile trinke ich nur noch ca. ein Glas ab Tag. Das Wasser hat bei mir circa einen PH zwischen 8 und 9.

Prüfe dein Ausgangsmaterial

Tipp zum Abschluss: teste, wie hoch der pH Wert deines Leitungswasser ist. Prüfe zudem ein paar stille Mineralwässer aus deinem Supermarkt. In Berlin habe ich beispielsweise saures Leitungswasser, zwischen pH 5 und 6. Um daraus Alkaline Water herzustellen braucht man verdammt viel Natron oder pH Drops. Daher benutze ich hier immer abgefülltes Wasser, anstatt Leitungswasser. Auf die Weise brauche ich deutlich weniger Natron oder pH Drops. Benutze für die Herstellung also Wasser mit einem möglichst hohen pH Gehalt.