Was ist Pantoprazol?

Pantoprazol zählt zu den sog. Protonenpumpeninhibitoren (PPIs), die zur Behandlung von einer durch Reflux verursachten Speiseröhrenentzündung eingesetzt werden.

Wie wirkt Pantoprazol?

Wie auch andere PPIs hemmt Pantoprazol die Säureproduktion im Magen. Dabei bindet der Wirkstoff irreversibel an die Säurepumpen, welche Säure aus den säureproduzierenden Drüsen der Magenschleimhaut ins Mageninnere pumpen. Folglich gelangt weniger reizende Säure in die Speiseröhre. Dadurch können durch Säure verursachte Entzündungen in der Speiseröhre heilen und gleichzeitig Symptome wie Sodbrennen gelindert werden.

Wie wirksam ist Pantoprazol bei Reflux?

Pantoprazol erweist sich bei durch Reflux verursachten Speiseröhrenentzündungen als sehr wirksam. Deshalb lassen die typischen Symptome der Krankheit schon innerhalb weniger Wochen nach und können in dieser kurzen Zeit sogar vollständig verschwinden. Eine Studie hat gezeigt, dass bei einer täglichen Einnahme von 40 mg Pantoprazol 97 % der Patienten innerhalb von 2 Wochen frei von Sodbrennen waren.1 Weitere Studien, die etwas längere Zeiträume untersuchten, kamen zu ähnlichen Ergebnissen. In den ersten 4 bis 8 Wochen nach Beginn der Behandlung verschwinden GERD-Symptome bei 82 bis 95 % der Patienten.2,3,4 40 mg täglich kann dabei als optimale Dosis angesehen werden, da eine Erhöhung der Dosis etwa auf 80 mg die Wirksamkeit von Pantoprazol nicht verbessert.4

Auch auf langfristige Sicht hat sich Pantoprazol für den Großteil der Betroffenen von Refluxsymptomen bewährt. Laut Studien werden nach einem Jahr nur 6 bis 19 % der Patienten rückfällig.5,6,7

Wie unterscheidet sich Pantoprazol von anderen PPIs?

Studien konnten bisher keine klinisch relevanten Unterschiede zwischen den verschiedenen PPIs feststellen.8

Selbst eine umfangreiche Metaanalyse von 26 Studien konnte keine Unterschiede in der Wirksamkeit von Pantoprazol, Lansoprazol, Rabeprazol und Omeprazol finden. Alle Wirkstoffe lindern Sodbrennen in ähnlichem Maße, was sich in der jeweiligen Heilungs- und Rückfallrate widerspiegelt.9

Allerdings besitzt Pantoprazol gegenüber manchen anderen PPIs einen Vorteil für Patienten, die noch weitere Medikamente einnehmen. Pantoprazol wird in der Leber anders verstoffwechselt als Omeprazol und Esomeprazol und neigt daher weniger zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.10

Auch wenn bezüglich der Wirksamkeit keine Unterschiede existieren, so fallen sie doch beim Preis direkt ins Auge. Pantoprazol ist im Vergleich zu den anderen PPIs preisgünstig und wird als Generikum von verschiedenen Anbietern verkauft. 20 mg Tabletten mit bis zu 14 Tabletten pro Packung sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Im Artikel über die Unterschiede von PPIs findest du weitere Informationen darüber, wie sich einzelne PPIs in ihrer Wirkungsweise unterscheiden.

Welche Risiken und Nebenwirkungen treten bei Pantoprazol auf?

Zu den häufigen Nebenwirkungen von Pantoprazol gehören Durchfall, Kopfschmerzen, Schwindel, Bauchschmerzen, Übelkeit, Gelenkschmerzen, Fieber und Erkältungssymptome.

Bei langfristiger Einnahme kann Pantoprazol zudem einen Vitamin-B12-Mangel verursachen, da es die Aufnahme des Vitamins verringert was beispielsweise zur Entstehung von Nervenschmerzen und -schädigung beitragen kann (Polyneuropathie).

Außerdem können bei kontinuierlicher Verwendung Nierenprobleme auftreten und das Risiko für Knochenbrüche steigt.

Generell können PPI zu einer geringeren Aufnahme von Nährstoffen aus der Nahrung führen, was vermutlich für viele der Nebeneffekte bei Dauereinnahme verantwortlich ist, wie beispielsweise das höhere Osteoporoserisiko aufgrund von Kalziummangel.11 Auch das Risiko von Magendarminfektionen, inklusive chronischen Infektionen, wird durch eine Dauerbehandlung mit PPI erhöht.

Es gibt noch andere Behandlungsoptionen für Reflux, sowohl durch andere Medikamente als auch durch Operationen und durch eine Anpassung der Ernährung.


Quellen

1. Wurzer H, Schutze K, Bethke T, Fischer R, Luhmann R, Riesenhuber C. Efficacy and safety of pantoprazole in patients with gastroesophageal reflux disease using an intravenous-oral regimen. Austrian Intravenous Pantoprazole Study Group. Hepato-gastroenterology. 46(27):1809-1815. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10430350. Accessed February 4, 2020.

2. MÖSSNER J, HÖLSCHER† AH, HERZ R, SCHNEIDER A. A double-blind study of pantoprazole and omeprazole in the treatment of reflux oesophagitis : a multicentre trial. Alimentary Pharmacology & Therapeutics. 2007;9(3):321-326. doi:10.1111/j.1365-2036.1995.tb00388.x

3. Koop H, Schepp W, Dammann HG, Schneider A, Lühmann R, Classen M. Comparative Trial of Pantoprazole and Ranitidine in the Treatment of Reflux Esophagitis. Journal of Clinical Gastroenterology. 1995;20(3):192-195. doi:10.1097/00004836-199504000-00005

4. van Rensburg C, Honiball P, Grundling H, et al. Efficacy and tolerability of pantoprazole 40 mg versus 80 mg in patients with reflux oesophagitis. Alimentary Pharmacology and Therapeutics. 1996;10(3):397-401. doi:10.1111/j.0953-0673.1996.00397.x

5. MOSSNER J, KOOP H, PORST H, WUBBOLDING H, SCHNEIDER A, MAIER C. One-year prophylactic efficacy and safety of pantoprazole in controlling gastro-oesophageal reflux symptoms in patients with healed reflux oesophagitis. Alimentary Pharmacology and Therapeutics. 1997;11(6):1087-1092. doi:10.1046/j.1365-2036.1997.00242.x

6. Escourrou, Deprez, Saggioro, Geldof, Fischer, Maier. Maintenance therapy with pantoprazole 20 mg prevents relapse of reflux oesophagitis. Alimentary Pharmacology and Therapeutics. 1999;13(11):1481-1491. doi:10.1046/j.1365-2036.1999.00651.x

7. van Rensburg CJ, Honiball, van Zyl JH, et al. Safety and efficacy of pantoprazole 40 mg daily as relapse prophylaxis in patients with healed reflux oesophagitis-a 2-year follow-up. Alimentary Pharmacology and Therapeutics. 1999;13(8):1023-1028. doi:10.1046/j.1365-2036.1999.00573.x

8. Devlin JW, Welage LS, Olsen KM. Proton Pump Inhibitor Formulary Considerations in the Acutely Ill Part 2: Clinical Efficacy, Safety, and Economics. Annals of Pharmacotherapy. 2005;39(11):1844-1851. doi:10.1345/aph.1G176

9. Caro J. Healing and relapse rates in gastroesophageal reflux disease treated with the newer proton-pump inhibitors lansoprazole, rabeprazole, and pantoprazole compared with omeprazole, ranitidine, and placebo: evidence from randomized clinical trials. Clinical Therapeutics. 2001;23(7):998-1017. doi:10.1016/S0149-2918(01)80087-4

10. Wedemeyer R-S, Blume H. Pharmacokinetic Drug Interaction Profiles of Proton Pump Inhibitors: An Update. Drug Safety. 2014;37(4):201-211. doi:10.1007/s40264-014-0144-0

11. Gasser RW. Protonenpumpeninhibitoren und Osteoporoserisiko. Journal für Mineralstoffwechsel & Muskuloskelettale Erkrankungen. 2020;27(1):2-7. doi:10.1007/s41970-019-00095-5